5 Dinge, die für die klassische Marktforschung überflüssig werden

In einem provokativen Blog Post beschreibt Greg Heist 5 Dinge, die für die Marktforschung überflüssig werden – und das wird – wenn es nach ihm geht – schneller passieren als man denkt:

1) Persönliche, endlos erscheinende Befragungen
Ohne Frage, Befragungen in Form von Interviews in sterilen Räumen oder Telefonbefragungen sind nach wie vor wichtige Tools für die klassische Marktforschung. So zum Beispiel werden 17% der Befragungen in Deutschland in persönlichen Interviews durchgeführt. Sagenhafte 35% über das Telefon (Quelle: Marktforschung.de). Obwohl moderne Technologies eingesetzt werden, wie z. B. Eye-Tracking, Stimmenanalysen, usw., sind persönliche Befragungen “old school”.

Aber was ist ist die Lösung? Interaktive Ansätze, wie z.B. direkte Befragungen von Leuten in ihrer gewohnten Umgebung sind heutzutage dank mobiler Endgeräte möglich. Über Smartphones sind die meisten Menschen jederzeit und überall erreichbar. Schnellere und immer günstiger werdende Übertragungskosten fördern diesen Trend.

2) Powerpoint Berichte
Die meisten Resultate von Marktstudien werden als ppt Dokument an den Kunden ausgehändigt. Selbst die Abschlusspräsentation wird oft in Powerpoint gemacht. Es gibt anderweitige Lösungen, um Resultate “sexy” zu visualisieren. Klar, die Aufbereitung in Powerpoint ist man gewöhnt und deshalb einfach, aber geht es am Ende nicht darum, den Kunden zu überzeugen? Und das in einer ansprechenden Weise?

3) Online Befragungen
Postalische Befragungen sind heute nicht mehr bedeutend. Das gleiche wird mit Online Fragebögen passieren. Wer setzt sich freiwillig 30 Minuten vor einem Desktop Computer und füllt leere Felder aus? Klar, die gibt es, aber ist das notwendig? Die Antwort ist nein, denn Menschen sind viel effizienter erreichbar auf  ihren mobilen “Gadgets”, allen voran Smartphones. Entsprechend dürfen die Umfragen kurz und prägnant gestaltet werden. Befragte dürfen nicht endlos angehalten werden, sondern aufgefordert werden, “on-the-way” Input zu leisten.

4) Dualität Quantitative / Qualitative Marktforschung
Die traditionelle Marktforschung unterscheidet noch immer zwischen diesen beiden Methoden. Diese Unterscheidung wird es, wenn es nach Greg Heist geht, bald nicht mehr geben. Beide Methoden werden irgendwann einmal verschmolzen sein. Oder anders ausgedrückt: beide Methoden werden simultan in Befragungen eingesetzt. Die Frage stellt sich einem, ob in Zukunft überhaupt noch Befragungen durchgeführt werden. Vielmehr geht der Trend Richtung Beobachtung des Verhaltens und Big Data Analytics, um daraus ableitend Vorhersagen zu treffen.

5) Rationale Schlüsse ziehen
Versuche in der Sozialforschung und Wirtschaft haben gezeigt, dass eine rationale Ableitung des  menschlichen Verhaltens oft fehlschlägt. Die Entscheidungsfindung eines Menschen ist viel komplexer. Die Marktforschung wird sich in Zukunft von der Fragestellung “Wieso? Warum?” wegbewegen. Vielmehr werden mit Hilfe von neuartigen Methoden (allen voran Data Analytics) Vorhersagemodelle abgeleitet, die einfach Dinge voraussagen, ohne die Beweggründe zu hinterfragen.

So, nun liegt es an Ihnen zu glauben, oder auch nicht,  ob diese Dinge für die klassische Marktforschung überflüssig werden. Eines ist klar, auch in der Markforschung wird kein Stein auf dem anderen bleiben.

Vertrauen ist die wichtigste Voraussetzung für das Teilen von Daten

Vertrauen ist die wichtigste Voraussetzung für das Teilen von Daten

Die einen würden niemals Daten mit anderen Menschen teilen, für andere ist es selbstverständlich, auch intime Momente in Sozialen Netzwerken bzw. für Marktforschungszwecke bereitwillig zu kommunizieren. Generell lässt sich sagen: je älter der Mensch ist, desto geringer ist seine Bereitschaft zum Teilen – und vice versa. Sieht man jedoch genauer hin und fragt die Menschen nach ihren Einstellungen zum Thema Sharing, zeigt sich ein differenzierteres Bild. Eine aktuelle Studie von PriceWaterhouseCoopers bietet genauere Einblicke.

Consumers' Attitudes

 

73% der Nutzer sind bereit, Ihre Daten für Marktforschungszwecke zu teilen, wenn sie etwas dafür erhalten. In den meisten Fällen sind dies Rabatte auf Produkte wie Kinofilme, Theaterkarten oder Essensgutscheine. Aber auch nützliche Informationen wie Verkehrshinweise oder ortsbezogene Tipps motivieren Nutzer zum Daten Sharing. In Frankreich ist die Bereitschaft zum Teilen etwas geringer – aber immerhin 45% der Konsumenten teilen ihre Daten im Austausch mit besserer Werbung, wie IPG Mediabrands und Microsoft herausgefunden haben.

Auch die Frage, welche Daten geteilt werden, ist durchaus differenziert zu beantworten:

Willingness to share

 

Je persönlicher die Information ist, desto weniger bereitwillig wird sie geteilt: Geschlecht und Ehestand werden sofort bekanntgegeben, bei Informationen wie dem Web Browser Verlauf oder Dinge aus dem Privatleben agieren die Menschen zurückhaltender. Für die Forschung lässt sich insgesamt festhalten: wenn der Nutzer den Sinn in der Abgabe seiner Daten erkennt und er einen Nutzen daraus zieht, ist er bereit, seine Daten zu teilen. Dies ist eine klare Ansage: Sage mir, was Du mit meinen Daten  machst und gebe mir etwas dafür – dann bekommst Du meine Daten.